Gehen als Mikropraxis

Mikropraxis

Ein Workshop für Studierende der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) im Rahmen des Kulturtechnik-Seminars Mikropraktiken. Formen des Engagements und Widerstands (Leitung: Prof. Elke Bippus, Sebastian Dieterich, Wiktoria Anna Furrer). Nachgegangen wurde der Frage: Wie lassen sich durch Praktiken des Gehens neue Erfahrungsweisen und Handlungsmöglichkeiten erschliessen? Dauer 3 Stunden.

Konzept, Durchführung: Marie-Anne Lerjen
Montag, 7. April 2014

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«Wenn es also zunächst richtig ist, dass die räumliche Ordnung eine Reihe von Möglichkeiten (z.B. durch einen Platz, auf dem man sich bewegen kann) oder von Verboten (z.B. durch eine Mauer, die einen am Weitergehen hindert) enthält, dann aktualisiert der Gehende bestimmte dieser Möglichkeiten. Dadurch verhilft er ihnen zur Existenz und verschafft ihnen eine Erscheinung. Aber er verändert sie auch und erfindet neue Möglichkeiten, da er durch Abkürzungen, Umwege und Improvisationen auf seinem Weg bestimmte räumliche Elemente bevorzugen, verändern oder beiseite lassen kann.»
Michel de Certeau, Kunst des Handelns, Berlin 1988

«Wunderbar ist die sanfte Ermüdung, die nur er kennt, er, der immer unterwegs bleibt und nie eilt. Und eins seiner schönsten Erlebnisse ist der neue Schwung, den er bei langem Gehn nach der ersten Müdigkeit bekommt. Dann trägt das Pflaster ihn mütterlich, es wiegt ihn wie ein wanderndes Bett! Und was sieht er alles in diesem Zustand angeblicher Ermattung! An wieviel erinnern sich seine Sinne!»
Franz Hessel, «Von der schwierigen Kunst spazieren zu gehen», aus: Ermunterungen zum Genuss, Berlin 1981

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